Wieso sehen denn die gemähten Wiesen im Ort so unordentlich aus? Hat sich sicherlich schon so mancher gefragt, wo ein Teil der Wiese noch stehen geblieben ist. Diese sogenannte „partielle Wiesenmahd“ ist eine naturschonende Bewirtschaftungsmethode, die in unseren Parks und Gärten zunehmend an Bedeutung gewinnt. Dabei wird nicht die ganze Wiese auf einmal gemäht, sondern immer nur ein Teil. Diese Methode hat viele Vorteile für die Natur, denn viele Insekten, Vögel und kleine Tiere brauchen hohe Gräser und Pflanzen als Lebensraum. Wenn man die ganze Wiese mäht, verlieren sie Schutzräume und Nahrungsgrundlage. Außerdem können viele Blumen und Pflanzen nur dann blühen und Samen bilden, wenn sie nicht sofort abgeschnitten werden. Durch das Mähen nur einzelner Bereiche bleibt die natürliche Vielfalt der Pflanzen und Tiere erhalten.
Am besten wird die Wiese schonend mit einem Balkenmäher (bei der Initiative OO im Wandel anfragen) gemäht und in mehrere Flächen oder Streifen aufgeteilt. Etwa ein Drittel der Wiese bleibt stehen. Nach einigen Wochen oder Monaten wird dann ein anderer Teil gemäht, sodass immer Bereiche mit hohem Gras und frisch gemähte Flächen nebeneinander existieren. Das schützt Wildbienen, Schmetterlinge oder Käfer und bietet auch bodenbrütenden Vögeln Nistplätze im hohen Gras.
Die erste Mahd erfolgt am besten in der Hauptblütezeit, also ab Mitte Juni. Die Gräser bleiben ca. 3 Tage zum Aussamen liegen und werden dann abgeräumt. Die zweite Mahd kann im September erfolgen. Für eine dauerhafte Vielfalt sollten die ungemähten Flächen jährlich wechseln.
Mache auch Du den Unterschied und tue etwas Gutes für Tiere, Pflanzen und die Umwelt! Einfach selten genutzte Wiesenflächen weniger mähen und zur Blühwiese entwickeln.
Bildtext (Wiese1_Riegerhofmann.jpg): Wie schön wäre das? Bunte Blumenwiesen im Ort.
Bildquelle: Rieger-Hofmann GmbH